Dienstag, 31. Mai 2016

Bus stop talk

Im Englischunterricht der Grundschule ist das A und O ja das Sprechen, bedeutungsvoll Kommunizieren in der Fremdsprache. 
Um die Kinder zum Englisch sprechen zu bewegen, ohne dass sie ständig nur mit mir in Frage-Antwort-Diskurs treten, sondern auch (gerade für schüchternere Schüler) in einem geschützteren, weniger stressigen Rahmen die Fremdsprache auszuprobieren, zu nutzen und wiederholt zu üben, nutze ich das Bus Stop Ritual.
Dazu hänge ich das Bushaltestellenschild an die Tafel, die Kinder stellen sich davor und formen Paare. Zusammen suchen sie sich dann eine Ecke im Zimmer, um die neue Vokabeln, Phrase, Gedicht, Lied, Rollenspiel, Dialog o.ä. zu üben. Sind sie in ihrem Paar fertig, kommen sie wieder an die Bushaltestelle und suchen sich einen neuen Gesprächspartner. Partner A steht dann also an der Haltestelle und wartet, bis er von Partner B (dem Bus) abgeholt wird :-)
Funktioniert schon ab Klasse 1 wunderbar, die Kids machen es sehr gerne, weil sie viel mehr Kontaktzeit mit der Sprache haben, sich gegenseitig helfen können. Und für mich is es wunderbar, mich zurückzuziehen und zu beobachten, zuzuhören.

Welche Rituale nutzt ihr im Englischunterricht noch um Sprechen zu üben?
Sonnige Grüße
Ann

Kommentare:

  1. Hallo Ann,
    ich bin eben erst auf deinen Blog gestoßen. Die Materialien und deine Ideen sind toll!
    Ich bin derzeit im Referendariat und unterrichte 2x45 min in zwei 1. Klassen mit jeweils 26 Kindern. Es gibt viele Kinder, die in diesem freien Rahmen des Sprechens nicht klar kommen und sehr eng geführt werden müssen. Das ist sehr kontraproduktiv für das Sprechen der Fremdsprache. Wie würdest du vorgehen und Bus stop einführen? Wieviel Materialien bräuchte ich hierzu?
    Liebe Grüße,
    Sophia

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    1. Liebe Sophia, schön, dass du hier bist!
      Ich habe damals auch 2x 45 Min. in zwei ersten Klassen unterrichtet. Dass es bei dem Bus stop talk ein bisschen chaotischer und freier zugeht ist normal und soll auch so sein. Die Kinder können dann im Schutz des Partnergesprächs miteinander sprechen und die Schwächeren von den Stärkeren lernen.
      Ich habe ganz klar gemacht, dass jeder die Person nehmen muss, die als nächstes an den Bus stop kommt, also nicht auf die Freunde wartet. Diese Regel muss streng durchgesetzt werden. Dann entsteht auch kein Herumgestehe und Chaos vor dem bus stop. Und dann würde ich (was ich so oder so mache) herumlaufen udn mir jedes Pärchen anhören, während sie sprechen, vor allem die, bei denen sonst nicht so viel kommt oder die schnell ausbüchsen. Also immer Präsenz zeigen - wenn man sich ans Pult setzt o.ä., nutzen sie diese Freiräume natürlich. Zudem würde ich die, die sich nicht an die Regeln halten können (Partner wählen, Aufgabe bearbeiten, Lautstärke einhalten etc), an ihre Plätze verbannen und das wird die schon stören, dass die anderen sprechen und im Grunde "spielen" dürfen, das wollen die Wenigsten missen.
      Sonnige Grüße!

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  2. Hey Ann,
    danke für die schnelle Antwort. Dann werde ich das mal etablieren :) Hast du zuerst einen Themenbereich angeboten und nach und nach weitere Materialien hinzugefügt und somit mehrere Sprechanlässe angeboten? Hast du hier auch Materialien dazu?
    Welche Tipps hast du sonst für mich für die Jahrgangsstufe 1? Im Bildungsplan sind ja eigentlich kurze Zeiteinheiten für das Fremdsprachenlernen angedacht... Ich sehe schon, dass es für viele SuS echt anstrengend ist 45 Min. dabeizubleiben. Aber jedesmal ein colour dictation zu machen, ist doch sinnlos!!
    Beste Grüße,
    Sophia

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    1. Ich nutze den bus stop talk in fast jedem Topic zum Sprechanlass. Wirklich Material braucht man dazu keines, eventuell Dialogkärtchen. Meine nehmen eigentlich immer nur ihr Heft mit, in dem dann das Bild/Bilder und die Struktur drin sind, die sie anwenden sollen.
      Ich habe im alten und neuen BP auch Englisch Klasse 1 sowie 2 als Fachunterricht und das ist durchaus machbar. Man muss die Phasen halt abwechslungsreich gestalten - Anspannung und Entspannung, gemeinsames Sprechen, bus stop talk, lieder, (Brett)spiele, mal was ausmalen, mal ne story von der CD anhören mit Bildkarten, story nachspielen usw. Da gibt es viele Phasen, die man einbauen kann, wo sowohl Kinder als auch Lehrkraft sich mal entspannen können. Und Dinge, die ritualisiert sind, sind dann auch für die Kids nach einer Weile nicht mehr anstrengend.
      Es gibt bedeutend mehr Möglichkeiten als nur colour dictation ;)
      Sonnige Grüße

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