Donnerstag, 25. August 2016

#sonnigesklassenzimmer

Das sonnige Klassenzimmer ist jetzt auch auf Instagram zu finden, mit immer wieder neuen Materialupdates und sonstigen Einblicken in das Leben einer Grundschullehrerin :)
Ihr könnt mich unter “sonnigesklassenzimmer“ oder #sonnigesklassenzimmer finden, ich freu mich auf euch! :-)

Liebe sonnige Grüße!
Ann

Freitag, 19. August 2016

Warm-up Würfelfragen für den Englischunterricht

Wie viele von euch nutze auch ich die Zeit in den Sommerferien, um mein Material zu sichten und habe meine Würfelkarten für den Englischunterricht, die ich damals im Referendariat erstellt hatte, wiedergefunden. 
Meine damaligen Viertklässler liebten diese Würfelfragen. 
Am Anfang jeder Englischstunde habe ich den Würfel (wie dieser hier) mit zum Thema passenden Fragen bestückt und dann durften die Kinder ihn sich zuwerfen, die Frage laut vorlesen und auf Englisch (versuchen zu) beantworten. Bei Manchen Fragen war die Antwortstruktur bereits mit aufgedruckt, um das Sprechen nicht zu stoppen. Es gab kein Kind, dass den Würfel nicht gerne nutzte, auch die sonst im Unterricht sehr schüchternen Schüler sprachen gerne mithilfe des Würfels.

Hier die Würfelfragen 
Ich werde diesen Würfel auf jeden Fall für meine nächste Englischklasse (voraussichtlich 5. Klasse) wieder einsetzten. Daher sind weitere Themen in Arbeit.

Sonnige Grüße!

Mittwoch, 17. August 2016

Erstleseplättchen

An unserer Schule arbeiten wir beim Lesenlernen in Klasse 1 nach dem IntraActPlus-Konzept von Jansen, Streit und Fuchs. Die Kinder lesen in Lesetabellen die neu erlernten Buchstaben und Buchstabenverbindungen in Silben (z.B. M, a, o, s, Ma, so, Sa, Os usw.) und trainieren damit das Erkennen und automatisierte Lesen von Buchstaben, sowie das richtige Lautieren und (automatisierte) zusammenziehen von Lauten zu Silben (also z.B. wird aus M-a dann zusammengezogen Ma). Genauere, ausführlichere Infos zum IntraActPlus-Konzept gibt es hier als pdf-Datei zu lesen.
Gerade für schwächere Leser war das Intraactprinzip sehr hilfreich und konnte mit einem "Lesefenster" (kleines Quadrat in Größe eines Tabellenfeldes in der Mitte eines DIN A5 Papier) auch gut daheim geübt werden.

Da die Schüler jedoch schnell die einzelnen Tabellenarbeitsblätter auswendig konnten (oder es zumindest dachten) und nicht mehr gelesen, sondern nur der Reihe nach heruntergespult haben und die Motivation dann schnell abflachte, habe ich diese Kärtchen entworfen.

Die Vokale sind bereits goldgelb, da sie später als Silbenkönige vorgestellt und eingeführt werden und dann an unserer ABC-Leine eine kleine goldene Krone bekommen. Einführen und erklären lässt sich das Ganze gut mit den großen Tafelkarten
Die Kärtchen können dann auch in Freiarbeit im Paar oder der Kleingruppe in einzelnen oder mehreren Silben von links nach rechts sowie von oben nach unten oder unten nach oben an den Kanten aneinandergelegt und erlesen werden, ohne dass es langweilig wird.
Zur Differenzierung können (und werden) fittere Leser dann auch schon eigene Wörter legen oder versuchen, Wörterblumen zu legen, also Vokal in der Mitte und mehrere Konsonanten an den acht Kanten anlegen. Schwache Leser bekommen einen Satz Vokale und Konsonanten mit nach Hause zum Üben.

Hier gibt es die Leseplättchen zu
Vokale
Mitlaute
Umlaute
Doppellaute

Und hier das Tafelmaterial in Großbuchstaben und Kleinbuchstaben.

Die Plättchen lassen sich natürlich dann auch nach dem Erstlesen noch wunderbar zum Legen von Wörter und sogar Sätzen nutzen, ob nun an der Tafel oder mit dem Partner als Spiel (z.B. Scrabble oder Galgenmännchen)

Sonnige Grüße und viel Erfolg beim Lesen!

Sonntag, 14. August 2016

Hilfe, ich bekomme meine erste eigene Klasse!

Bildquelle: Pixabay - geralt (C00 Public Domain)

Als ich erfuhr, dass ich zu ersten Mal Klassenlehrerin einer ersten Klasse werden würde, wo ich doch bisher nur 3/4 als Fachlehrerin unterrichtet hatte, habe ich ehrlich gesagt leicht Bammel bekommen. Auf der einen Seite freute ich mich auf die Herausforderung, auf die Kleinen, die teilweise gefühlt nur wenig größer als ihre Schultüten waren, darauf sie mir von Anfang an "heranziehen" zu können. Endlich meine eigenen Regeln, Ritualen und Ansätzen anwenden, ohne immer hören zu müssen "Die Frau Soundso hat das aber immer so gemacht!". Ich hatte endlich mal die Gelegenheit, meine eigene Klasse zu haben, mehr Zeit mit den Schülern zu verbringen, und eine engere Bindung zu haben als es als Fachlehrer möglich ist, mein eigenes Klassenzimmer einrichten. Zudem fand ich es auch nicht schlecht, dass einige Eltern noch keinen Vergleich mit anderen Lehrern hatten, da sie bisher kein Schulkind hatten.
Aber es kam auch das Gefühl der Unsicherheit auf, der Sorge etwas falsch oder "kaputt" zu machen ("Sie sind ja noch so klein"!"), und ihnen den Start in ihre Schullaufbahn zu vermiesen, wegen Kleinigkeiten Ärger mit anstrengenden Eltern zu bekommen. Viele Fragen schwirrten mir durch den Kopf - und so geht es sicherlich vielen von euch.
Aber am Ende war es nicht mal halb so schlimm :) Was sicherlich auch daran lag, dass ich ein tolles Kollegium und klasse Parallelkolleginnen habe, mit denen ich gut zusammenarbeiten und kooperieren konnte und die mich an die Hand genommen haben (Danke, liebe Frau V.!). Dennoch habe ich viele Erfahrungen auch selber gemacht und machen müssen und das war gut so. So habe ich mein erstes Jahr als Klassenlehrerin Revue passieren lassen und meine "Mantras" für die Arbeit als Klassenlehrerin einer ersten Klasse niedergeschrieben. Diese passen im Grunde aber zum Unterrichten in jeder Klasse.

1. Im Voraus planen, aber flexibel bleiben.
Denn alles kann sich bekanntlich sehr schnell ändern (Wetter schlecht, Kopierer kaputt, Beamer vergeben, Kinder krank, innerschulische Termine werden verschoben usw.) Mit meinem Lehrerkalender habe ich sonntags die Woche im Voraus geplant, Material erstellt bzw. zusammengesucht und mit Bleistift die Stundenthemen in den Kalender eingetragen, damit ich dann montags weiß, was ich kopieren muss. Zudem habe ich mir auch stets flexible, immer passende Pufferaufgaben überlegt. Aber einen Verlaufsplan, wie man das im Ref macht, habe ich keinen mehr geschrieben, außer zu offiziellen Besuchen. Denn dazu hat man mit vollem Lehrauftrag nun wirklich keine Zeit mehr - das Planen mit Stundenzielen und dem ungefähren Verlauf läuft dann einfach im Kopf ab.

2. Vorbereitet sein.
Das hängt mit dem ersten Punkt zusammen. Was mache ich , wenn jemand mit der Aufgabe viel schneller fertig ist? Was tue ich, wenn das Wetter für den Ausflug nicht mitspielt? Oh nein, es ist Montagmorgen und der Kopierer streikt (ein Albtraum jedes Lehrers ;-) ). Also immer Arbeitsblätter, Aufgaben, spontane Aktivitäten und Lernspiele im Kopf (oder in einer Ablage/Ordner) haben.

3. Die Goldene Mitte finden.
Das gilt ja eigentlich für alles im Leben, so auch im Lehrerberuf. Das richtige Maß zwischen Strenge und Herzlichkeit, zwischen Anforderung und Entspannung, Lernen und Spiel finden. Die Schüler nicht unter- und auch nicht überfordern, mit Eltern zusammenarbeiten, aber sich nicht überrennen lassen.

4. Konsequenz von Anfang an.
Wer am Anfang zwar Regeln einführt, aber auf die Einhaltung nicht achtet und sowohl mit Belohnung als auch Bestrafung nicht konsequent und vor allem fair und gerecht bleibt, braucht im Verlaufe des Schuljahres dann nicht mehr damit anfangen, denn dann hat es keine Wirkung mehr. Ich habe die Regeln von Anfang an sehr deutlich gemacht, die Klassenregeln haben alle mit ihrem Namen unterschrieben und die Kinder akzeptieren diese und fordern die Einhaltung der Regeln auch von ihren Mitschülern ein. Sie fühlen sich weniger schnell ungerecht behandelt, weil sie wissen, jedem andren hätte das Gleiche geblüht.

5. Alles dokumentieren.
Nichts ist ärgerlicher als im Falle des Falles keine Notizen zu einem Vorfall gemacht zu haben und dann Eltern/Kollegen/Schulleitung keine stichhaltigen Belege liefern zu können, sondern dann bei Nachfrage ins Schwimmen zu geraten. Daher habe ich einen extra Schülerordner angelegt, in dem jeder Schüler sein eigenes Register hat. Darin notiere ich dann mit Datum bedenkliche/gefährliche/fragwürdige Vorfälle wie ausgeartete Auseinandersetzungen, Beschimpfungen, Probleme in Fächern oder was ich sonst bei dem Kind/den Eltern beobachte oder mitbekomme und was für Probleme sorgt oder sorgen könnte.
Zu jedem Elterngespräch ist es bei uns verpflichtend gleichzeitig ein Protokoll zum Gesprächsverlauf und gemeinsamen Abmachungen zu führen, dass die Eltern dann auch direkt einsehen und unterschrieben. Darauf lässt sich dann auch später noch gut Bezug nehmen. Falls es bei euch an der Schule auch offizielle, weggeschlossene Schülerakten gibt, auch da Kopien von Elternbriefen und Elterngesprächen einzelner Kinder unbedingt ablegen, damit auch andere Kollegen oder die Schulleitung sich auch später noch informieren können.

6. Ordnung halten.
Da man ja meist am Anfang des Schultages einen Stapel an Blättern für den Tag (und montags für die ganze Woche) kopiert, kommt es schnell zum völligen Blätterchaos, das dann in der Tasche verknickt oder im falschen Ordner landet. Dann rennt man wie ein kopfloses Huhn zwischen Kopierer und seinem Klassenzimmer hin und her, um die Kopien zu finden, nur um sie dann am nächsten Tag in einem komplett andren Stapel zu finden, weil gerade, als man die Blätter schön abheften oder einsortieren wollte, ein Kollege mit einer wichtigen Mitteilung hereinkommt, ein Schüler ein Pflaster braucht usw. Ich habe mir daher für jedes Fach einen Eckspannregister in einer anderen Farbe geholt, in den dann nur die zum Fach passenden Blätter hineinkommen.

7. Den Papierkram ernst nehmen.
Ständige Listen, Elternbriefe und sonstige Zettel, die man ja immer wieder in seinem Fach findet, sind nervig, ja. Aber leider sind es auch bürokratische Notwendigkeiten, viele davon mit Datenschutz behaftet. Daher dürfen die Zettel weder im eigenen Zettelchaos untergehen, sonst wird einen die Schulsekretärin irgendwann nicht mehr so gut leiden können ;-). Noch dürfen sie offen irgendwo rumliegen, wo jeder (und wenn auch nur die Putzfrau) sie einsehen kann, sondern sie müssen verschlossen blieben, am besten in der abschließbaren Schreibtischschublade. Um hektisches Gesuche zu vermeiden, habe ich nun ein Ablagefach für eben diese offiziellen Zettel, die meine Aufmerksamkeit wollen und diese Ablage ist am Ende meines Schultages leer und alle Zettel versorgt, vorher geht es nicht nach Hause.

8. Gelassen bleiben.
Gerade Erstklässler brauchen ja besondere Zuwendung, weil sie viele grundsätzliche Dinge noch lernen müssen. Und manche brauchen um einiges länger, um Grundsätzliches zu lernen, wie z.B. dass man sich an die Regeln hält, andere nicht schlägt, wie man die Schere richtig nutzt oder den Stift richtig hält. Manchmal verzweifelt man, weil man denkt das wird nie was, das Kind lernt es einfach nicht und man fängt vielleicht auch an sich zu fragen, ob man etwas falsch macht. Aber bringen tut das auch nichts, denn Lehrer können nicht alles richten, auch die Eltern haben etwas zur Bildung beizutragen und sollten mit den Lehrern am gleichen Strang ziehen, um die Bildung und Erziehung des Kindes zu fördern und unterstützen. Und wenn diese das nicht tun oder nicht tun wollen/können, dann kann man als Lehrkraft nur das in seiner Macht stehende tun, aber leider eben auch nicht alles. Das Kind von schulischer Seite so gut wie möglich fördern und erziehen, wo nötig und möglich die Eltern mit Rat unterstützen und Zeit geben, dass sich etwas ändert, denn nichts geschieht über Nacht. Und manchmal geschehen Zeichen und Wunder, wenn man die Hoffnung schon aufgegeben hatte, weil der Groschen beim Kind doch noch gefallen ist und/oder es einen Entwicklungsschub gemacht hat. Aber wenn dies nicht geschieht, dann sollte man sich auch nicht daran aufreiben, denn man hat sein Menschenmöglichstes versucht.

9.  Eigene Grenzen zulassen, Mensch bleiben.
Gerade wenn man frisch anfängt, will man ja alles 1000%ig richtig machen, alles geben und glänzen und kommt manchmal von der Arbeit nicht los, schaltet nicht ab. Aber Ruhezeiten nach der Schule und am Wochenende, ein Privatleben mit Ausgleich sind legitim und nötig, sonst brennt man aus.
Auch Fehler sind erlaubt, vor allem am Anfang, wenn einem noch die Erfahrung fehlt. Man darf und sollte Hilfe annehmen, vom Erfahrungsschatz anderer profitieren und nicht als Einzelkämpfer arbeiten und denken, man kann eh schon alles, denn man lernt nie aus. Und es ist völlig ok, zu einem Elternteil zu sagen, dass man das in Erfahrung bringen wird, weil man sich nicht sicher ist o.ä.
Das sind meine Grundsätze, die ich im Verlaufe des ersten Schuljahres mit einer Klasse 1 angesammelt habe. Ich bin mir sicher, die erfahrenen Hasen können da noch einiges ergänzen?

Sonnige Grüße und nur das Beste für die eigene erste (erste) Klasse!
Ann